Nicht jeder hat einen Keller. Die gute Nachricht: Die meisten Weine, die man kauft, werden innerhalb weniger Monate getrunken — und dafür braucht es keinen Weinklimaschrank. Ob die Flasche liegen muss, hängt vor allem vom Verschluss ab. Dazu kommen drei Dinge, die zu Hause wirklich zählen.
Liegend oder stehend?
Mit Naturkorken: liegend. Ein Korken muss feucht bleiben. Steht die Flasche über Monate aufrecht, trocknet er aus, schrumpft minimal und lässt Luft an den Wein. Liegt die Flasche, hält der Wein den Korken von innen feucht.
Mit Schraubverschluss, Glas- oder Kunststoffkorken: egal. Diese Verschlüsse trocknen nicht aus. Die Flasche darf stehen, liegen oder schräg gelagert werden.
Für ein paar Wochen spielt das alles keine Rolle. Auch eine Flasche mit Korken darf bis zum nächsten Wochenende stehen. Wichtig wird die Lage erst, wenn Wein über Monate oder Jahre liegen soll.
Die richtige Temperatur
Ideal sind etwa 10 bis 15 Grad — für Rot- und Weißwein gleichermaßen. Wichtiger als der genaue Wert ist aber, dass die Temperatur gleich bleibt. Ständige Schwankungen, etwa zwischen warmem Tag und kühler Nacht, lassen den Wein sich ausdehnen und zusammenziehen. Das bekommt ihm auf Dauer schlechter als konstante 18 Grad.
Über 25 Grad altert Wein spürbar schneller. Im Sommer unter dem Dach oder direkt neben der Heizung leidet er deshalb am meisten.
Licht, Ruhe und Gerüche
Licht. UV-Licht verändert Aromen, besonders bei Weißwein in hellen Flaschen. Dunkel oder zumindest ohne direkte Sonne ist besser.
Ruhe. Ständige Erschütterungen — Waschmaschine, Trockner, Kühlschrankkompressor — sind für lange Lagerung ungünstig.
Gerüche. Kräftige Gerüche aus Farbe, Putzmitteln oder Heizöl können über die Jahre durch den Korken wandern. Für Flaschen, die nur Wochen stehen, ist das unerheblich.
Wo in der Wohnung?
Ohne Keller funktioniert am besten der kühlste, dunkelste Ort, den es gibt: ein Schrank an einer Innenwand, der Abstellraum, der Boden eines Kleiderschranks im Schlafzimmer. Ungünstig sind die Küche — warm und wechselhaft —, Fensterbänke und alles in der Nähe der Heizung.
Taugt der Kühlschrank?
Für ein paar Wochen ja, für Jahre nicht. Kühlschränke sind mit 4 bis 7 Grad kälter als nötig, die Luft ist trocken und der Kompressor vibriert. Weißwein, Rosé und Sekt, die bald getrunken werden, sind dort gut aufgehoben. Für Rotwein, der in den nächsten Tagen geöffnet wird, reicht ein kühles Zimmer.
Rotwein schmeckt bei 16 bis 18 Grad am besten, nicht bei 22. Im warmen Wohnzimmer hilft es, die Flasche etwa eine halbe Stunde vor dem Öffnen in den Kühlschrank zu legen.
Die nächste Flasche darf sichtbar sein
Zwischen Lager und Glas gibt es einen Platz, den viele vergessen: die Flasche, die heute Abend oder am Wochenende geöffnet wird. Die muss nicht im Schrank verschwinden. Auf dem Sideboard oder dem Esstisch wird sie zum Teil des Abends.
Unsere VITRA Weinflaschenhalter sind genau dafür gemacht: Die Flasche liegt schräg und sichtbar, und das Objekt wirkt auch ohne Wein als Skulptur — mit Bambus-Sockel steht es sicher, auch wenn die Flasche fehlt. Als Langzeitlager für Jahre sind sie nicht gedacht, dafür gehört Wein in den dunklen, kühlen Schrank.
Häufige Fragen
Wie lange kann man Wein liegend lagern?
Das hängt vom Wein ab, nicht von der Lage. Die meisten Weine im Handel sind für den Genuss in den ersten ein bis drei Jahren gemacht. Nur wenige gewinnen durch jahrelange Lagerung.
Darf Wein mit Schraubverschluss stehen?
Ja. Schraubverschlüsse trocknen nicht aus, die Flasche darf dauerhaft stehen.
Ist der Keller immer der beste Ort?
Nur wenn er kühl, dunkel und ohne große Temperaturschwankungen ist. Ein Heizungskeller ist für Wein schlechter als ein Schrank im Schlafzimmer.
Wie lange hält offener Wein?
Mit Korken oder Verschluss im Kühlschrank meist zwei bis fünf Tage, je nach Wein. Kräftige Rotweine halten oft länger als leichte Weißweine.
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