Wie aus Filament eine Vase wird: 3D-Druck Schicht für Schicht

Nahaufnahme feiner Druckschichten auf einer hellen, 3D-gedruckten Oberfläche

Eine Rolle Filament sieht aus wie eine Spule dicker Angelschnur. Ein paar Stunden später steht daraus eine Vase mit einem Relief, das man mit den Fingern spüren kann. Dazwischen liegen ein Entwurf, eine Software, die ihn in Schichten zerlegt, und ein Drucker, der diese Schichten eine nach der anderen auflegt. So läuft es bei uns.

1. Der Entwurf

Am Anfang steht ein 3D-Modell am Computer. Darin ist alles festgelegt: die Form, die Wandstärke, die Öffnung für den Glaseinsatz — und die Oberfläche.

Das ist ein Punkt, der oft falsch verstanden wird. Die Struktur unserer Vasen — jede Rippe, jede Kante, jede Fläche — ist kein Zufallsprodukt des Druckens. Sie ist in die Form modelliert. Der Drucker gibt sie exakt so wieder, wie sie entworfen wurde.

2. In Schichten zerlegen

Ein Drucker kann mit einem 3D-Modell nichts anfangen. Eine Software, der sogenannte Slicer, schneidet es deshalb in waagerechte Scheiben und berechnet für jede Scheibe den Weg der Düse.

Wir drucken mit einer Schichthöhe von 0,16 Millimetern. Bei einer Vase von etwa 22 Zentimetern Höhe sind das weit über tausend Schichten. Dünner wäre kaum sichtbar feiner, aber deutlich langsamer. Dicker würden die Schichten deutlich sichtbarer.

Im Slicer wird auch festgelegt, wie viele Wände außen umlaufen und wie dick der Boden wird — das entscheidet über Stabilität und Gewicht.

3. Der Druck

Das Filament ist PLA, ein Kunststoff aus nachwachsenden Rohstoffen wie Maisstärke. Im Druckkopf wird es geschmolzen und durch eine feine Düse gedrückt. Die Düse fährt die berechneten Wege ab, legt eine Schicht auf, hebt sich um 0,16 Millimeter und beginnt die nächste.

Wir drucken auf Bambu-Lab-Druckern, ein Objekt pro Druckvorgang. Mehrere Teile gleichzeitig würden unterschiedlich abkühlen — und das sähe man an der Oberfläche. Langsam zu drucken ist hier ein Qualitätsmerkmal: Gerade die Außenwand läuft bewusst langsam, damit sie gleichmäßig wird.

Was PLA kann und was nicht, steht im Beitrag PLA: 5 Fakten zum Material.

4. Nachbearbeitung und Glas

Nach dem Druck wird jede Vase von Hand kontrolliert und, wo nötig, nachgearbeitet. Dann kommt der Glaseinsatz hinein.

Der Glaseinsatz hat einen einfachen Grund: Zwischen den Druckschichten sitzen feine Rillen, die sich nicht restlos reinigen lassen. Deshalb berührt das Wasser bei uns nie den Druck, sondern nur das Glas. Zum Reinigen nimmst du den Glaseinsatz heraus — wie das am besten geht, steht in Vase reinigen.

Weiße Vase mit geflochtener Struktur auf einem hellen Tisch
In die Form modelliert. Die Struktur entsteht im Entwurf — der Drucker gibt sie Schicht für Schicht wieder.

Warum erst nach der Bestellung?

Wir drucken jedes Stück erst, wenn es bestellt ist. Dadurch gibt es kein Lager mit Farben, die keiner will, und keine Restposten, die am Ende entsorgt werden. Mehr dazu, wie wir arbeiten, steht auf unserer Seite zur Nachhaltigkeit.

Häufige Fragen

Wie lange dauert der 3D-Druck einer Vase?

Je nach Größe und Form mehrere Stunden. Dazu kommen Kontrolle, Nachbearbeitung und das Einsetzen des Glaseinsatzes.

Sind 3D-gedruckte Vasen wasserdicht?

Gedruckte Wände können an einzelnen Stellen Wasser durchlassen, und die Rillen zwischen den Schichten lassen sich nicht hygienisch reinigen. Deshalb steckt in unseren Vasen ein Glaseinsatz: Das Wasser bleibt im Glas.

Sieht man die Schichten?

Aus der Nähe ja, als feine, gleichmäßige Linien. Aus normalem Abstand wirken sie wie eine Struktur des Materials.

Woraus besteht das Filament?

Aus PLA, einem Kunststoff auf Basis nachwachsender Rohstoffe. Er ist kein Bio-Wunder, sondern Plastik — aber eines, dessen Grundstoff nicht aus Erdöl stammt.

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